Hei!
Wollen Sie wissen, warum sich ein Ausflug nach Ny-Hellesund lohnt? Ja, da sind Sie bei mir an der richtigen Adresse - schließlich bin ich bereits seit über 50 Jahren Guide auf der Insel!
 

Ny-Hellesund ist zweifellos der schönste und bekannteste Außenhafen der Sørlandsküste. Er ist quasi die Definition von “Sørlandet”! ​

Der Sund gilt wegen seiner besonderen Atmosphäre und der regions-typischen Gebäude sogar als Kulturerbe und steht unter Denkmalschutz. 

Die Menschen wurden hier im Zeitalter der Segelschiffe sesshaft und bauten große Häuser entlang der Wasserkante. Viele davon dienten auch als Gasthaus für die zahlreichen Seeleute, die bei ungünstigen Wetterbedingungen in den Außenhafen gelotst wurden, um dort auf besseres Wetter zu warten. Die Schiffe kamen aus ganz Nord-Europa. Der Dänische König ließ sogar eine Kapelle für die Seeleute errichten, denn das Leben der Seeleute war gefährlich - keine Wettermeldung, ungenaue Karten, wenig Leuchttürme und kein GPS.
 

Es war viel los damals; vom höchsten Punkt der Insel aus konnte man oft mehr als hundert Segelboote sehen. Im Hafen lagen häufig rund 70 Boote gleichzeitig vor Anker. Während eines fürchterlichen Unwetters im Jahre 1712 vertäute sogar der berühmte und gefeierte Marineoffizier Peter Wessel Tordenskiold sein Kriegsschiff “Løvendahl Galley” im Außenhafen, genau wie schon 500 Jahre zuvor König Sverre mit seiner 6000 Mann umfassenden Flotte. Auch die dänischen Könige kamen mit Pomp und Gloria.

Auf diese Weise kamen neue Impulse ins Land. 

 

Die Bebauung in Ny-Hellesund setzt die wunderschöne, wilde Landschaft in Szene, und wird schon seit mehreren hundert Jahren bewundert. 

Der bekannte deutsche Geologe Christian Leopold von Buch (1774-1853) charakterisierte den Außenhafen als “engen, gekrümmten Kanal.” “Die Gebäude waren wie auf den Klippen aufgehängt und sie waren größtenteils rot gestrichen.”  beschrieb er die Insel weiter. 

 

Der Dichter Vilhelm Krag, der den Begriff “Sørlandet” geprägt hat, liebte Ny-Hellesund. “Kapelløya” die kleine Insel die Schutz vor dem offenen Meer bietet, nannte Krag “einen herrlichen unendlichen grauen Stein mitten im Meer. Diese Schärengarten-stimmung gibt es an keinem anderen Ort” schwärmte er. Sein Paradies fand er auf Helgøya, wo er viele Jahre in seinem Anwesen “Havbukta” lebte. Dort in der Dichterstube hat auch Nordahl Grieg sein ewig aktuelles Gedicht “Til ungdommen” (An die Jugend) geschrieben. 

 

Bei der Insel Helgøya liegt auch Olavsundet - eine Lagune mit sehr steilen Passagen. Benannt wurde “Olavsundet” nach Olav dem Heiligen, für den sich der Legende nach der Felsen gespalten hat, um König Olav und seine Mannschaft zu retten. Nicht schlecht, will ich meinen!

 

Die Deutsche Besatzungsmacht baute während dem zweiten Weltkrieg eine große Schutzanlage mit Kanonen und Laufgängen (jetzt restauriert und gut zugänglich) auf dem Gipfel der besagten Insel. Leider sprengten sie auch die zwei Steinhügel (Hellevardene) die als Landmarke zur Orientierung für Seefahrer seit vielen hundert Jahren gedient hatten. Der Schriftsteller Peder Claussøn erwähnte die Steinhaufen in seinem 1613 erschienen Werk “Norriges og Omliggende Øers sandfærdige Bescriffuelse” und schrieb, daß diese sowohl die größten als auch die bekanntesten i ganz Norwegen seien. Heute sind die Steinhaufen wieder aufgebaut und bilden wie einst eine Landmarke vom Außenhafen zum Meer hin. 

 

Auf Monsøya befanden sich in alten Zeiten sowohl Kaufläden, als auch eine Zollstation und eine Schule. Letztgenannte wurde von Pfarrer Peter, dem Vater des Dichters Bjørnsjerne Bjørnson, eingeweiht. Heute ist das Schulhaus ein Kulturcenter in dem jeden Sommer Theatervorführungen und andere kulturelle Veranstaltungen stattfinden.

 

Natürlich dürfen wir auch die herrlichen Wanderwege nicht vergessen!

Vor einigen Jahren wurde ein Küstenweg auf Kapelløya angelegt. Er führt vom Anlegesteg für das Linienboot bei der Werft im Osten aus über das Heideland zum Olavsund. Eine spektakuläre Tour! Schon seit vielen Jahren habe ich das Glück Guide für viele Besucher sein zu dürfen. Es ist einfach Märchenhaft! So etwas haben Touristen aus Brasilien, Gudbrandsdalen oder Bayern noch nicht gesehen und erlebt! Sie sind einfach überwältigt! Und dabei muss ich noch nicht einmal Klatschen und Prahlen. ​ 

 

Nun ist es aber genug mit lesen, jetzt gilt es Ny-Hellesund zu erleben!

 

Jostein Andreassen, lokalhistoriker